WhatsApp-Gefahr durch „Ghost Pairing“: So kapern Betrüger Ihr Konto – und so schützen Sie sich

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Ein aktueller Warnhinweis zeigt, wie Kriminelle die offizielle Geräte-Kopplung von WhatsApp missbrauchen, um unbemerkt Zugriff auf Chats, Medien und Kontakte zu bekommen. Die Masche wird häufig über Links im Chat gestartet – teils sogar scheinbar von bekannten Personen, deren Konto bereits übernommen wurde. (Focus)

Was ist „Ghost Pairing“?

„Ghost Pairing“ ist im Kern ein Phishing-Trick rund um die Funktion „Verknüpfte Geräte“. Angreifer bringen Opfer dazu, die Konto-Verknüpfung zu autorisieren – ohne dass dafür ein Passwort „gehackt“ werden muss. Möglich wird das, weil WhatsApp legitime Wege anbietet, ein weiteres Gerät per QR-Code oder per Telefonnummer zu koppeln. (Focus)

So läuft der Betrug typischerweise ab

  1. Sie bekommen eine Nachricht mit Link – oft als „schau mal“/„Video“/„Foto“ getarnt. Laut Warnhinweisen kann die Nachricht auch von einem vertrauten Kontakt stammen, wenn dessen Konto bereits kompromittiert ist. (Focus)
  2. Der Link führt auf eine täuschend echte Fake-Seite, die wie eine große Plattform wirkt – z. B. im Stil von Facebook. Dort sollen Sie Ihre Identität „bestätigen“. (Focus)
  3. Sie geben Ihre Handynummer ein. Die Betrüger nutzen diese Nummer dann, um die WhatsApp-Funktion „Gerät über Telefonnummer verknüpfen“ anzustoßen. (Focus)
  4. WhatsApp sendet einen Kopplungscode per SMS (im beschriebenen Szenario ein achtstelliger Code). Wenn Sie diesen Code auf der Phishing-Seite eingeben, landet er bei den Angreifern – und deren Gerät wird mit Ihrem Konto verknüpft. (Focus)

Ergebnis: Die Täter können (je nach Konstellation) Nachrichten mitlesen, Medien abrufen und sich in Chats als Sie ausgeben – häufig auch, um den Betrug an Ihre Kontakte weiterzutragen. (Malwarebytes)


Woran Sie den Angriff erkennen können

  • Unerwartete Links in Chats – besonders, wenn der Text Druck aufbaut („sofort“, „dringend“, „du musst das sehen“).
  • Aufforderung, Nummern oder Codes einzugeben, obwohl es keinen plausiblen Grund gibt.
  • Neue/veränderte verknüpfte Geräte in den WhatsApp-Einstellungen (siehe nächster Abschnitt). (Focus)

Sofortmaßnahmen: So prüfen Sie, ob Ihr Konto betroffen ist

  1. Öffnen Sie WhatsApp → Einstellungen → Verknüpfte Geräte
  2. Prüfen Sie jedes Gerät: Kommt Ihnen etwas unbekannt vor, sofort abmelden. (Focus)

Wichtig: WhatsApp trennt verknüpfte Geräte zwar automatisch nach längerer Inaktivität, aber das hilft nicht, wenn ein Angreifer aktiv mitliest. (Focus)


So schützen Sie sich dauerhaft (Checkliste)

1.) Grundregel: Keine Codes weitergeben, nichts „bestätigen“

  • Kopplungs- oder Verifizierungscodes gehören nur in Ihre WhatsApp-App – nicht auf Webseiten und nicht in Chats.

Wenn ein Freund Ihnen plötzlich einen „komischen“ Link schickt: kurz über einen zweiten Kanal nachfragen (Anruf, Sprachnachricht). Hintergrund: Konten können bereits übernommen sein. (Focus)

3.) Zwei-Schritt-Verifizierung aktivieren

In WhatsApp: Einstellungen → Konto → Zwei-Schritt-Verifizierung und einen PIN setzen (optional E-Mail zur Wiederherstellung). (WhatsApp Hilfezentrum)

4.) Regelmäßig „Verknüpfte Geräte“ kontrollieren

Ein kurzer Blick alle paar Wochen reicht oft schon, um ungebetene Sessions früh zu entdecken. (WhatsApp Hilfezentrum)


  • Sofort: In Verknüpfte Geräte alles Unbekannte abmelden. (WhatsApp Hilfezentrum)
  • Danach: Zwei-Schritt-Verifizierung aktivieren bzw. PIN ändern. (WhatsApp Hilfezentrum)
  • Kontakte warnen: Kurz mitteilen, dass Links/Anfragen „von Ihnen“ ggf. nicht von Ihnen stammen. (Das bremst die Weiterverbreitung.) (Malwarebytes)

Quellen / Hintergrund

Die Warnung zur Masche wurde u. a. von FOCUS Online aufgegriffen. (Focus) Ergänzend beschreibt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik den Missbrauch der Kopplungsfunktion als Phishing-Szenario. (BSI)

Sei der Erste, der das kommentiert

Kommentare sind geschlossen, allerdings sind Trackbacks und Pingbacks möglich.